ich weiß, ich bin etwas hinterher mit dem Schreiben, aber es kommt bald wieder was. Schließlich ist das ein Jahrhundertprojekt *gg*
Ich denke, ich bin auf einem guten Weg.
Und – schaut auf Facebook vorbei, dort sammeln sich meine Twitter-Eingebungen.

Das ist mir aufgefallen: ich bekomme es mit einem weiten Spektrum an Reaktionen zu tun , incl. meiner eigenen, positiveren als auch etwas unangenehmeren. Und grade Letzere helfen mir sozusagen, die in mir aufgestaute negative Energie nach und nach loszulassen und Angst abzubauen. Wenn ich jetzt direkt beabsichtigen würde, eine Frau kennenzulernen, dann käme mir das vor wie ein riesiges schwarzes Loch, wo ich weder Anfang noch Ende sähe. Und natürlich, bei dieser Sichtweise ist es “vernünftiger” es nicht zu tun. Wenn ich schrittweise vorgehe, wie beschrieben, dann habe ich sozusagen handhabbare überschaubare Größen, die mich nicht überfordern, sondern deren Bewältigung mich eher motiviert.
Ein Beispiel, das für Außenstehende unbedeutend wirken mag, aber subjektiv für mich nicht war: ich stand letzens in einer langen Schlange an der Supermarkt-Kasse, Kassiererin recht hübsche Blondine mit knackigem Body. Sie schoß geradezu die Trennbalken(mit denen Kunden ihre Einkäufe von denen anderer trennen) zurück ans andere Ende. Keine Ahnung warum , vielleicht war sie irgendwie genervt von den endlosen Massen an Kunden. Ich kam ans hintere Ende vom Band und da fiel mir ein “Üben Sie schon mal fürs Eisstockschießen?” , denn so hörte sich das an und das assozierte ich damit. Leider waren noch zwei Kunden vor mir, mussten nacheinander einpacken und bezahlen und das dauerte. Bis ich an der Reihe war , hatte sie die Dinger nicht mehr zurückgeschossen.In mir war die Spannung gestiegen und die Angst langsam den Hals hochgekrochen, dennoch wollte ich den Satz loswerden. Ich: “Üben Schi scho mal …?” Sie: ???. Himmel, reiß Dich zusammen! Nochmal, langsam und deutlich! Dieses Mal brachte ich den Satz unfallfrei raus. Sie , weiterhin genervt und nicht besonders freundlich: ” passiert automatisch, Danke, Aufwiedersehen”. Wenn ich Angst spüre und nicht gleich reden kann, wie in diesem Fall, dann passiert es mir immer mal wieder, daß ich zu stottern beginne oder die Buchstaben gewißermassen durcheinander purzeln, wie hier. Das ist mir peinlich, aber ich kann’s erst mal nicht ändern. Aber in diesem Fall war’s ja relativ harmlos. Ich hatte nicht vor, die Frau anzubaggern und sie hat’s sicher gleich wieder vergessen. Nichtsdestotrotz war es wichtig für mich, mich auf persönliche Art zu äußern (quasi spontan, d.h. mit ner spontanen Reaktionen, die ich erst mal zurückhielt). Das war positiv und zum anderen half mir das sicher auch , ein bischen von meiner Angst , im öffentlichen Raum, wo sich die meisten ja wie Roboter bewegen und benehmen, persönlich auszudrücken. Ich äußerte mich ja eben nicht nur zu der Frau, sondern auch indirekt gegenüber den Kunden, die hinter mir warteten. Die hatten das ja auch mitbekommen. Und mein Ziel ist es , mich davon zu befreien, daß ein sozialer Kontext, sprich die Anwesenheit und ggflss das Beobachtetwerden durch Dritte, einen maßgeblichen Einfluß auf mein persönliches Verhalten haben.
Na ja, vielleicht ist doch nicht alles so langweilig, wie ich letztens gemutmaßt hatte.
Gestern abend kam ich von der Arbeit, ziemlich aufgedreht, sprich adrenalingeladen, wie meistens. Das gibt sich anscheinend nie. Stieg am Ostbahnhof aus, um kurz was einzukaufen. Auf dem Rückweg an der Rolltreppe zum Bahnhofuntergeschoss, von dem man die Bahnsteige erreicht, begegnete ich einer Blondinen, mit einer ziemlich guten Figur und, wie mir schien, eine perfekt sitzende enge schwarze Trainingshose oder ähnliches, die ihren Hintern und ihre Beine deutlich betonte. Genau genommen sah ich sie zunächst nur von hinten. Während ich die Rolltreppe runterfuhr – sie ging parallel die Treppe runter – hatte ich nur einen Gedanken: “Sag ihr das! Sag ihr, Du findest, daß ihre Hose perfekt sitzt”. Bei dem weitaus größten Teil von jungen Frau ist es ja leider nicht so, in meiner Erfahrung. Also, ich nicht blockiert oder gehemmt durch zuviel Fokus auf Frauen, sondern noch abgelenkt durch meine Erlebnisse in der Arbeit, marschier ich unten schnurstracks auf sie zu. Sie war in der Zwischenzeit glücklicherweise auch stehen geblieben und wandte sich nach links Richtung Imbißbude, sonst hätte ich ihr nach rennen müssen. Ich wollte während ich sie ansprach sogar gleich noch mit meiner Hand gegen ihren Unterarm klopfen, um eindeutig und schnell ihre Aufmerksamkeit zu kriegen. Unterließ ich aber letzlich. Aber ich sagte zu. “Ich finde, Deine Hose sitzt perfekt!” Sie: “Wie bitte?” als hätte sie mich akustisch nicht verstanden, mit einem anscheinend osteuropäischen Akzent. Ich wiederholte “Ich finde, Deine Hose sitzt perfekt!” Darauf weicht sie schlagartig eine Schritt zurück , kuckt nach oben und verdreht mißbilligend ihre Augen. Ich hatte den Eindruck, daß es keinen Zweck hatte weiterzureden und ging zur S-Bahn. Ihr Gesicht hatte übrigens bei weitem nicht gehalten, was ihre Figur von hinten versprochen hatte. Sie war nicht häßlich, aber sicher auch keine Schönheit.
Bemerkenswert war meine innere Reaktion darauf. Natürlich freute sich mein inneres Monster *gg* über den Fortschritt. Tags zuvor hatte ich mich auf deutsch gesagt elend besch.. gefühlt. Den ganzen Tag das Gefühl gehabt, daß ich nicht weiterkomme im Leben und mein Ziel nie mehr erreichen würde. Ich hatte mich früh ins Bett gelegt und die Decke über den Kopf gezogen. Bloß schlafen und nix mehr mitkriegen.
Das Erstaunliche war, daß meine Hauptreaktion, neben der klammheimlichen Freude war, daß ich angepisst war von ihrer Bigotterie. Einerseits sich scharf anziehen und damit bewußt Männer aufreizen und wenn dann einer kommt und das was für alle offensichtlich ist, nüchtern mit Worten feststellt , so eine zickige Reaktion raushauen. Das geht nun gar nicht. Ich hab kein Problem, wenn eine Frau mir sagt “Danke, aber ich hab kein Interesse!” Das kann ich akzeptieren, ich weiss woran ich bin. Aber diese Scheinheiligkeit ärgert mich. Und ich hab mir vorgenommen, daß ich Frauen in Zukunft zur Rede stellen werde, die ähnlich blöd reagieren. Das werd ich mir nicht bieten lassen.
Icht habe mittlerweile auch immer mehr den Eindruck, daß mir Ablehnung und Körbe wenig bis gar nix ausmachen werden, sofern ich nur ich selber bin und tue, was ich will und für richtig halte. Das schwerwiegende Problem, das ich mein Leben lang mit mir rumschleife, ist eigentlich nicht die Angst vor Frauen, sondern Gewissensbisse und Schuldgefühle bezüglich des offensichtlichenAkzeptierens Ausdrückens meiner Sexualität. Da scheinen mir die Affirmationen enorm zu helfen. Und wenn ich mich als Mann akzeptiere und für mich einstehe, dann kann mir eine Tussi noch so kratzbürtig daherkommen oder mir gar ins Gesicht springen. Es wird mich kaum jucken.
Ach ja, und noch ne Kleinigkeit: ich spürte überhaupt keine Angst, kein Herzklopfen während der ganzen Aktion.